Viele Menschen fühlen sich sicher, wenn ihr Geld einfach auf dem Girokonto liegt. Es ist jederzeit verfügbar, sichtbar und scheinbar risikolos. Doch genau diese vermeintliche Sicherheit sorgt dafür, dass du langfristig Geld verlierst – ganz ohne es zu merken.
In diesem Artikel erfährst du, warum Geld auf dem Konto liegen zu lassen teuer ist, welche Rolle Inflation spielt und was du als Einsteiger stattdessen tun solltest.
Das größte Problem: Inflation frisst dein Geld auf
Inflation bedeutet, dass Geld mit der Zeit an Kaufkraft verliert. Das heißt:
- Du kannst dir für denselben Betrag weniger leisten
- Preise steigen, dein Kontostand bleibt gleich
- dein Geld wird schleichend entwertet
Wenn dein Geld auf dem Girokonto liegt und keine oder kaum Zinsen erhält, verliert es jedes Jahr real an Wert.
Ein einfaches Beispiel
Angenommen, du hast 10.000 Euro auf deinem Konto liegen.
- Inflation: 3 % pro Jahr
- Zinsen auf dem Girokonto: 0 %
Nach einem Jahr kannst du dir real nur noch Waren im Wert von etwa 9.700 Euro leisten. Nach mehreren Jahren summiert sich dieser Verlust deutlich – obwohl dein Kontostand unverändert aussieht.
Warum sich Nichtstun wie Sicherheit anfühlt
Geld auf dem Konto zu lassen fühlt sich sicher an, weil:
- kein Risiko sichtbar ist
- keine Entscheidung getroffen werden muss
- Kursschwankungen nicht verunsichern
Doch kein Risiko einzugehen ist selbst ein Risiko – nämlich das Risiko der schleichenden Entwertung.
Girokonto ist kein Spar- oder Anlagekonto
Das Girokonto ist für den Zahlungsverkehr gedacht:
- Miete
- Rechnungen
- laufende Ausgaben
Es ist nicht dafür gemacht, Vermögen aufzubauen oder zu erhalten. Wer dauerhaft größere Beträge dort liegen lässt, nutzt sein Geld ineffizient.
Was du als Einsteiger stattdessen tun solltest
Wichtig: Es geht nicht darum, alles zu investieren oder Risiken einzugehen, die du nicht verstehst.
Schritt 1: Trenne Geld nach Zweck
- Girokonto: laufende Ausgaben
- Tagesgeldkonto: Rücklagen & Notgroschen
- Investment: langfristiger Vermögensaufbau
Allein diese Trennung verbessert deine Finanzen deutlich.
Tagesgeld: besser als Girokonto, aber kein Vermögensaufbau
Ein Tagesgeldkonto bietet:
- mehr Zinsen als das Girokonto
- tägliche Verfügbarkeit
- geringe Schwankungen
Es schützt dein Geld besser vor Inflation, gleicht sie aber oft nicht vollständig aus. Tagesgeld ist ideal für Sicherheit – nicht für Wachstum.
Langfristig führt kein Weg am Investieren vorbei
Wer sein Geld langfristig erhalten oder vermehren möchte, muss einen Teil investieren.
Dabei gilt:
- nicht alles auf einmal
- nicht ohne Rücklagen
- nicht ohne Plan
Gerade ETF-Sparpläne ermöglichen es Einsteigern, mit kleinen Beträgen und breiter Streuung zu investieren.
Falls du ganz am Anfang stehst, lies dir diese Artikel für weitere Infos zum Start mit ETF-Sparplänen durch:
ETF-Strategie für Einsteiger – verständlich erklärt
ETF-Fehler vermeiden: Die 10 häufigsten Fehler von Einsteigern (und wie du sie umgehst)
Häufige Denkfehler
- „Ich verliere lieber nichts, als etwas zu riskieren“
- „Ich warte auf den richtigen Zeitpunkt“
- „Ich habe noch nicht genug Geld“
Diese Gedanken kosten langfristig mehr Geld als kurzfristige Schwankungen.
Fazit: Stillstand kostet Geld
Geld auf dem Konto liegen zu lassen ist bequem – aber teuer. Inflation sorgt dafür, dass dein Geld jedes Jahr an Wert verliert, auch wenn dein Kontostand gleich bleibt.
Wer nichts mit seinem Geld macht, trifft trotzdem eine Entscheidung – gegen seine Kaufkraft.
Der erste Schritt ist nicht Risiko, sondern Struktur: Rücklagen sichern, Geld trennen und langfristig investieren. So arbeitet dein Geld wieder für dich – statt gegen dich.

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